Ich habe drei Jahre lang gezögert. 2.400 Euro für ein MacBook Pro? Das fühlte sich falsch an. Dann kaufte ich ein generalüberholtes M1 Pro Modell für 1.600 Euro, mit 14 Ladezyklen auf dem Akku. Das Ding sah aus wie neu, funktionierte wie neu, und ich hatte 800 Euro mehr auf dem Konto.
Aber ich verstehe die Skepsis. Ein MacBook Pro refurbished kaufen, klingt erst mal wie ein Kompromiss. Was, wenn etwas nicht stimmt? Was, wenn der Akku nach sechs Monaten schlapp macht? Was, wenn ich am Ende doch draufzahle?
Diese Fragen höre ich ständig. Deshalb habe ich recherchiert, Zahlen gesammelt und mit Leuten gesprochen, die seit Jahren refurbished MacBook Pro Modelle nutzen. Die Antwort ist nicht für jeden gleich. Aber nach diesem Artikel weißt du, ob ein MacBook Pro refurbished für dich Sinn macht.
Was bedeutet „refurbished" bei Apple eigentlich?
Bevor wir über das „Ob" reden, sollten wir klären, was refurbished überhaupt heißt. Denn das Wort wird oft falsch verstanden.
Refurbished (deutsch: generalüberholt oder wiederaufbereitet) bedeutet nicht „gebraucht und irgendwie aufgehübscht". Zumindest nicht bei seriösen Anbietern.
Hier ist, was Apple tatsächlich macht: Jedes zertifiziert generalüberholte Produkt durchläuft einen 70-Punkte-Diagnosecheck. Burn-in-Tests für Displays. Vollständige Komponentenprüfung. Software-Verifizierung. Bei iOS-Geräten werden Batterie und Außengehäuse sogar komplett ersetzt.
Das ist kein oberflächliches Abwischen mit einem Mikrofasertuch.
Und hier wird's interessant: Viele dieser MacBook Pro refurbished Geräte waren nie wirklich "gebraucht". Jemand hat ein MacBook bestellt, es ausgepackt, zwei Tage benutzt, und zurückgeschickt. (Die 14-tägige Rückgabefrist macht's möglich.) Oder es war ein Ausstellungsstück. Oder die Verpackung hatte einen Knick.
In deutschen Foren berichten Nutzer von MacBooks refurbished mit 2 bis 8 Ladezyklen. Das ist praktisch unbenutzt - nur eben 15 % günstiger.
Mehr zu diesem Thema erfährst du in unserem vollständigen Refurbished-Guide, der alle Aspekte generalüberholter Elektronik abdeckt.
Refurbished vs. gebraucht vs. neu
| Merkmal | Neu | Apple Refurbished | Gebraucht (eBay etc.) |
|---|---|---|---|
| Zustand | Originalverpackt | Wie neu, getestet | Variiert stark |
| Garantie | 1 Jahr (+ AppleCare) | 1 Jahr (+ AppleCare) | Keine oder privat |
| Preis | Voller Preis | 15 % günstiger | 30-70 % günstiger |
| Risiko | Minimal | Minimal | Hoch |
| Batterie | Neu | Oft neu oder <20 Zyklen | Unbekannt |
Der Unterschied zu eBay Kleinanzeigen ist massiv. Bei einer 2023 SquareTrade-Studie mit 10.000 generalüberholten Geräten lag die Ausfallrate von Apple-zertifizierten refurbished Laptops bei nur 5 % im ersten Jahr. Nicht-zertifizierte Geräte? 18 %.
Zum Vergleich: Neue MacBook Pros haben laut derselben Studie eine Ausfallrate von 9 % über drei Jahre. Das MacBook Pro refurbished ist statistisch gesehen zuverlässiger.
Der Unterschied ist nicht klein. Der ist massiv. Und genau deshalb reden wir hier ausschließlich über zertifiziert generalüberholte Geräte, nicht über eBay-Zockereien.
Aber selbst bei zertifizierten refurbished MacBook Pro Modellen stellt sich die Frage: Für wen macht das wirklich Sinn?
Für wen lohnt sich ein refurbished MacBook Pro?
Die unbefriedigende Antwort: Es kommt drauf an. (Ich weiß, ich weiß.)
Aber ich kann dir genau sagen, für wen ein MacBook Pro refurbished sich lohnt und für wen nicht. Ich habe die letzten Wochen damit verbracht, Daten zu sammeln und mit Leuten zu sprechen, die seit Jahren refurbished MacBooks kaufen. Hier ist, was ich gelernt habe.
Studenten und Schüler
Wenn du gerade studierst: Das ist vermutlich deine beste Option.
Als Student brauchst du ein zuverlässiges Gerät für Vorlesungen, Recherche und Hausarbeiten. Ein refurbished MacBook Pro bietet genau das zu einem Bruchteil des Neupreises. Vielleicht noch Zoom-Calls und Netflix am Abend. Dafür reicht ein M1 MacBook Pro refurbished aus 2020 locker aus.
Laut UpTrade liefert das M1 MacBook Pro auch 2026 noch „überdurchschnittliche Leistung" für studentische Aufgaben. Die 20 Stunden Akkulaufzeit sind im Uni-Alltag Gold wert.
Konkretes Rechenbeispiel:
Neues M3 MacBook Pro 14": ca. €2.199
Refurbished M1 Pro MacBook Pro 14": ca. €1.200-1.400
Du sparst: €800-1.000
Das sind 800 Euro für Software, einen externen Monitor oder einfach mehr Döner.
Mein Tipp: Achte auf mindestens 16 GB RAM. Bei 8 GB wird es mit mehreren Browser-Tabs und Word-Dokumenten irgendwann eng.
Fotografen und Kreative
Hier wird's interessanter. Ein refurbished MacBook Pro funktioniert für Fotografen - aber nur mit der richtigen Konfiguration.
Fotografen berichten, dass M1 oder M2 MacBook Pros refurbished für Fotobearbeitung mehr als ausreichen. Der Geschwindigkeitsunterschied zu M3 oder M4 Modellen ist bei Lightroom und Photoshop kaum spürbar.
Die Empfehlung für professionelle Fotografen: Mindestens 32 GB RAM und 1 TB Speicher. Diese Konfigurationen kosten neu schnell über €3.000. Refurbished bekommst du ein M1 Max mit 32 GB RAM für €1.800-2.200.
Deutsche Fotografen im Fotowissen-Forum beschreiben die M1 Max Modelle als „unglaublich mobil" und für die meisten Workflows völlig ausreichend.
Einschränkung: Wenn du regelmäßig mit 100+ Megapixel RAW-Dateien arbeitest oder ProRes 8K Footage bearbeitest, könnte ein M3 Max tatsächlich spürbaren Unterschied machen. Für 95 % der Fotografen ist das aber irrelevant.
Entwickler und Programmierer
Für euch ist das eigentlich ein No-Brainer.
Der Knackpunkt für Entwickler ist RAM, nicht die CPU-Generation. Ein generalüberholtes MacBook Pro mit 32 GB RAM schlägt ein neues Basismodell mit 16 GB jeden Tag der Woche für die meisten Entwicklungsaufgaben.
Typische Entwickler-Workflows:
Docker-Container laufen lassen
IDE mit mehreren Projekten
Browser mit dutzenden Tabs
Simulatoren für mobile Entwicklung
All das funktioniert auf einem M1 Pro refurbished mit 32 GB RAM einwandfrei. Refurbished sparst du hier 500-1.000 Euro gegenüber einem neuen M3 mit gleicher Speicherausstattung.
Office- und Business-Nutzer
Ehrlich? Hier ist ein refurbished MacBook Pro die sicherste Wahl überhaupt.
E-Mails, Excel, PowerPoint, Video-Calls. Für Business-Aufgaben ist ein refurbished MacBook Pro mit M1 oder M2 Chip völlig ausreichend - ohne M4 Chip. Wirklich nicht. (Ich weiß, der Marketing-Text sagt was anderes. Ignorier das.)
Ein drei bis vier Jahre altes MacBook Pro generalüberholt ist für Büroarbeit total überdimensioniert. Das ist wie einen Sportwagen zum Einkaufen zu fahren. Funktioniert, aber du nutzt 10 % der Möglichkeiten.
Für Business-Käufer interessant: In Deutschland greift die gesetzliche Gewährleistung von 24 Monaten auch bei refurbished Geräten, wenn du bei einem gewerblichen Händler kaufst. Dazu kommt oft noch die Herstellergarantie.
Gelegenheitsnutzer
Stopp mal kurz. Brauchst du wirklich ein MacBook Pro?
Für Netflix, Surfen und leichte Büroarbeit ist ein MacBook Pro eigentlich overkill. Ein refurbished MacBook Air würde das gleiche tun und ist nochmal 300-500 Euro günstiger.
Aber wenn du ein Pro willst (wegen des größeren Displays, der besseren Lautsprecher oder einfach weil): Refurbished macht hier am meisten Sinn. Du zahlst nicht den Neupreis für Features, die du größtenteils nicht brauchst.
Wann du besser ein Neugerät kaufen solltest
Ich will ehrlich sein: Ein MacBook Pro refurbished ist nicht immer die beste Wahl. Es gibt Situationen, in denen neu Sinn macht.
Du brauchst das absolut Neueste
Sei ehrlich zu dir selbst: Brauchst du wirklich den M4 Chip? Oder willst du ihn einfach?
Wenn du tatsächlich die Neural Engine für ML-Workloads nutzt - dann ja, warte nicht auf refurbished Verfügbarkeit. Es dauert durchschnittlich 109 Tage, bis neue Modelle im Refurbished-Markt auftauchen.
Aber wenn du "das Neueste" nur willst, weil es neu ist? Du zahlst 800 Euro für Bragging Rights. Deine Entscheidung.
Du planst 7+ Jahre Nutzung
Ältere Modelle bekommen irgendwann keine macOS-Updates mehr. Ein neues M4 MacBook Pro wird voraussichtlich bis 2031-2032 Updates erhalten. Ein refurbished M1 Pro von 2021 wahrscheinlich nur bis 2028-2029.
Für die meisten kein Problem. Aber wenn du dein Gerät möglichst lange nutzen willst, ist neu langfristig günstiger.
Sofortige Verfügbarkeit in bestimmter Konfiguration
Das refurbished Inventar wechselt ständig. Die genaue Konfiguration, die du willst (Space Grau, 32 GB RAM, 1 TB SSD), ist vielleicht gerade nicht verfügbar. Wenn du zeitlich flexibel bist, kein Problem. Wenn du das MacBook Pro nächste Woche brauchst, möglicherweise schon.
Geschäftliche Abschreibung
Für Unternehmen kann ein Neugerät steuerlich vorteilhafter sein. Die Abschreibungsregeln für Gebrauchtgeräte sind komplizierter. Hier lohnt sich ein Gespräch mit dem Steuerberater.
Worauf du beim refurbished MacBook Pro Kauf achten solltest
Falls du dich für ein MacBook Pro refurbished entscheidest, hier die wichtigsten Punkte.
Quelle des Geräts
Nicht alle Refurbished-Quellen sind gleich. Meine Empfehlung nach Zuverlässigkeit:
- Apple Certified Refurbished (apple.com/shop/refurbished): Beste Qualität, 15 % Ersparnis, identische Garantie wie neu
- Zertifizierte Marktplätze (Refurbed, Back Market): Größere Auswahl, 20-40 % Ersparnis, mindestens 12 Monate Garantie
- Händler-Refurbished (Amazon Renewed, eBay): Variiert stark, genau auf Bewertungen achten
- Private Verkäufer: Größtes Risiko, kein Käuferschutz
Die Daten der SquareTrade-Studie zeigen den Unterschied: 5 % Ausfallrate bei Apple-zertifiziert refurbished, 18 % bei nicht-zertifiziert.
Bei refurbito findest du eine Übersicht aller geprüften Händler mit Garantiebedingungen und Nutzerbewertungen im Vergleich.
Speicher und RAM nicht upgradefähig
Bei modernen MacBooks kannst du Speicher und RAM nachträglich nicht aufrüsten. Entscheide dich lieber für mehr, als du aktuell brauchst.
Meine Mindestempfehlungen (und warum du nicht darunter gehen solltest):
Gelegenheitsnutzer: 8 GB RAM, 256 GB SSD - Reicht für Netflix und Office. Mehr ist nice-to-have.
Studenten/Office: 16 GB RAM, 512 GB SSD - Bei 8 GB wirst du mit 20 Chrome-Tabs fluchen. Glaub mir.
Kreative/Entwickler: 32 GB RAM, 512 GB bis 1 TB SSD - Hier wird jedes GB wichtig. Kauf lieber mehr als du denkst.
Zustandskategorien verstehen
Die meisten Händler nutzen Kategorien wie:
Wie neu / Grade A: Keine sichtbaren Spuren
Sehr gut / Grade B: Minimale Kratzer, nur bei genauem Hinsehen sichtbar
Gut / Grade C: Sichtbare Gebrauchsspuren, funktioniert einwandfrei
Mein Tipp: „Sehr gut" ist der Sweet Spot. Du sparst gegenüber „Wie neu" nochmal 50-100 Euro, und mit einer Hülle siehst du eh nichts.
In unserem detaillierten Zustands-Guide erfährst du, wie verschiedene Händler ihre Kategorien definieren und was du erwarten kannst.
Garantie und Widerrufsrecht
Apple Refurbished: 1 Jahr Garantie, AppleCare+ buchbar
Refurbed / Back Market: Mindestens 12 Monate, oft 24 Monate
Händler-Refurbished: Variiert, mindestens prüfen
In Deutschland hast du zusätzlich 14 Tage Widerrufsrecht bei Online-Käufen. Nutze das, um das MacBook Pro refurbished gründlich zu testen.
So viel sparst du mit einem refurbished MacBook Pro
Lass uns konkret rechnen. Hier sind aktuelle Preisbeispiele (Stand Januar 2026):
MacBook Pro 14" M1 Pro (2021)
| Konfiguration | Neu (wenn verfügbar) | Apple Refurbished | Marktplätze |
|---|---|---|---|
| 16 GB / 512 GB | Nicht mehr erhältlich | ~€1.400 | €1.100-1.300 |
| 32 GB / 1 TB | Nicht mehr erhältlich | ~€1.800 | €1.500-1.700 |
MacBook Pro 14" M3 Pro (2023)
| Konfiguration | Neu | Apple Refurbished | Marktplätze |
|---|---|---|---|
| 18 GB / 512 GB | €2.199 | ~€1.870 | €1.500-1.700 |
| 36 GB / 1 TB | €2.899 | ~€2.464 | €2.000-2.300 |
Tech-Journalist Sam Cambetis sparte mit seinem refurbished 14" M3 Pro umgerechnet etwa €400 gegenüber dem Neupreis. Nach 9 Monaten täglicher 4K-Videobearbeitung: „Würde ich wieder generalüberholt kaufen? Absolut."
Back Market bietet zertifiziert generalüberholte MacBooks mit bis zu 30-70 % Ersparnis gegenüber Neupreisen. Bei älteren Modellen wie dem M1 refurbished sind die Rabatte natürlich höher.
Gut für dich, gut für die Umwelt
Wer ein refurbished MacBook Pro kauft, schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Das erwähne ich nicht, um dir ein schlechtes Gewissen zu machen. Aber die Zahlen sind beeindruckend.
Eine Studie der französischen Umweltbehörde ADEME zeigt: Generalüberholte Smartphones verursachen 91,6 % weniger CO2-Emissionen als neue Geräte. Bei Laptops sind die Einsparungen ähnlich.
Laut Forschung von Refurbed und Fraunhofer Austria führt Refurbishment zu 78 % CO2-Einsparungen. 80 % aller CO2-Emissionen entstehen nämlich bei der Produktion, nicht bei der Nutzung. Besonders bei Premium-Geräten wie dem MacBook Pro refurbished ist die CO2-Einsparung durch Wiederverwertung erheblich.
Der globale Markt für generalüberholte Elektronik wächst laut Coherent Market Insights mit 10,2 % jährlich. Bis 2032 soll er 121,99 Milliarden Dollar erreichen. Das ist kein Nischenmarkt mehr.
Mein Fazit: Lohnt sich ein refurbished MacBook Pro?
Ich würde es wieder tun. Ohne zu zögern.
Nach drei Jahren mit meinem refurbished M1 Pro - null Probleme, null Bereuen, 800 Euro gespart. Die Qualität ist identisch mit Neugeräten, die Garantie auch, und ich habe das Geld für andere Dinge ausgegeben. (Einen 4K-Monitor. Komplett wert.)
Ein generalüberholtes bzw. wiederaufbereitetes MacBook Pro lohnt sich für die meisten Menschen. Punkt.
Besonders sinnvoll ist ein MacBook Pro refurbished für:
Studenten mit begrenztem Budget
Kreative, die höhere Specs zu niedrigeren Preisen wollen
Entwickler, die RAM priorisieren
Jeden, der nicht das absolut neueste Modell braucht
Weniger sinnvoll ist es, wenn du das neueste Modell sofort brauchst, 7+ Jahre Nutzung planst, oder geschäftliche Abschreibungsgründe hast.
Mehr zu diesem Thema erfährst du in unserem vollständigen Laptop-Ratgeber, der alle Laptop-Typen abdeckt.
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Quellen: